Hörigkeit

Manchmal ist die Liebe zu einem Menschen vermeintlich so stark, dass man bereit ist, einiges dafür aufzugeben. Stück für Stück gibt man etwas von sich ab, was vorher wichtig war und eh man sich versieht, hat man sich ganz aufgegeben.

hoerigkeitDas sollte nicht passieren, denn jeder hat das Recht auf seine eigene persönliche Freiheit. Meistens merken es Außenstehende früher als man selbst, dass man in eine Hörigkeit hineingerutscht ist. Selbst denkt man, es handelt sich um Kompromisse, die man dem anderen zuliebe gemacht hat. In Wirklichkeit verlangt der andere Partner mehr, als ein Entgegenkommen auf halben Weg. Das Handeln des Partners geschieht nicht mit schlechter Absicht, oft genug merkt dieser nicht einmal, was geschehen ist. Die Grenze zu einer glücklichen Beziehung, in der beide Partner gleichermaßen fest verbunden sind, ist schwer zu ziehen. Das liegt auch daran, dass Hörigkeit im Laufe der Zeit entsteht. Die Liebe wird als Motivation dafür gesehen, für den Anderen einfach alles tun zu wollen, unabhängig davon, ob es auch den eigenen Bedürfnissen entspricht. Es entsteht eine gewisse Abhängigkeit, die man sogar als Sucht erkennen kann. Liebessucht und Hörigkeit, Abhängigkeit und Unterwerfung, es gehören immer zwei dazu. Wenn sich zwei Menschen finden, die ihr Glück in einer Beziehung finden, welche durch ein so unterschiedliches Kräfteverhältnis geprägt ist, kann niemand etwas dagegen sagen. Anders ist es, wenn einer der Partner in die Hörigkeit gerutscht ist und sich in dieser gefühlsbezogenen Abhängigkeit unglücklich fühlt. Es ist schwierig, ohne therapeutische Hilfe aus dieser Art von Sucht wieder herauszufinden. Das liegt auch daran, dass der Partner, dem man verfallen ist, seinen starken Einfluss weiter geltend machen wird. Es sei denn, er oder sie hat genug Intelligenz und menschliche Größe, den abhängigen Partner loslassen zu können.