Geliebter

Komisch: Obwohl die männliche, wie die weibliche Variante in der gleichen Anzahl vorkommen, ist immer nur die Rede von der Geliebten. Geliebter hingegen, ist eine Vokabel, die nur äußerst selten genutzt wird.

geliebterIn einer festen Partnerschaft zu sein und parallel einen anderen Menschen zusätzlich zu lieben, das tun keineswegs nur Männer. Auch Frauen fahren „zweigleisig“ – und wenn man sie fragt, so erzählen sie von beiden mit glänzenden Augen. Häufig wissen sie selber gar nicht, wie es passieren konnte, dass man sich in einen anderen verliebt hat. Meistens hat der Zweite nicht einmal annähernd die Vorzüge, die der „Alte“ hat, und doch ist man ihm verfallen – seinen Komplimenten, seinen sexuellen Überraschungen.

Doch da stellt sich doch unweigerlich die Frage: Wenn es im Bett nicht funktioniert – warum ändert man es nicht IN der Partnerschaft, wenn einem Komplimente fehlen? – macht man sie denn dem anderen? Warum wirft man dem Partner etwas vor, was man selber seit Jahren nicht mehr erfüllt? Nicht selten erzählen betroffene Frauen, dass ein Geliebter schlichtweg besser im Bett ist. Frauen machen da keinerlei andere Gewichtung als Männer. Wer es in der festen Beziehung eher liebevoll, romantisch hat, sucht auf einmal die Experimente, das Gewagte. Wer zu Hause Sexzesse pflegt, möchte einfach nur mal sinnlich sein dürfen.

Das Schlimme oder Verwerfliche an einem Geliebten ist, dass mindestens einer verletzt oder angelogen wird. Wenn man es sagen würde, würde es auseinandergehen oder zu einer offenen Beziehung werden – und das wollen komischerweise nur die Wenigsten. Natürlich will man den Partner nicht verlieren!!! Doch ein Geliebter darf auch nicht wieder verschwinden.

Ohne den Partner bewusst verletzen zu wollen, nehmen sie es in Kauf – doch andersherum, würden für sie eine Welt zusammen brechen.